Gehaltpatenschaft für Sozialarbeiterinnen von The National Institution of Social Care and Vocational Training (NISCVT)
Da es für palästinensische Hilfsorganisationen im Libanon praktisch unmöglich ist, eigene Mittel zu erwirtschaften, ist es auch für unserere Partnerorganisation The National Institution of Social Care and Vocational Training (NISCVT) das größte Problem, die laufenden Gehälter ihrer Mitarbeiter/Innen sicherzustellen. Ohne deren Engagement ist aber jede Sozialarbeit in den Flüchtlingslagern unmöglich. Seit 1998 finanzieren wir deshalb das Gehalt von Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen. Die Gehälter von Khawla Khalaf aus Bourj Al-Shemali (heute Leiterin des neuen Sozial-Zentrums in El-Buss), von Ibtisam Al-Khalil aus Ein Al-Helweh und von Ashwak El-Shaabi aus Shatila können wir bisher teilweise mit Hilfe von Patinnen und Paten finanzieren. Für eine vollständige Finanzierung über Patenschaften suchen wir dringend Menschen, die bereit sind, mit 15 Euro im Monat den Arbeitsplatz dieser Sozialarbeiterinnen zu finanzieren
Folgenden Steckbrief hat Khawla Khalaf für uns über sich geschrieben, als sie noch Mitarbeiterin in Bourj Al-Shemali war:
Mein Name ist Khawla (sprich: Chaula) Ahmad Khalaf. Ich arbeite als Sozialarbeiterin bei der Hilfsorganisation NISCVT im Libanon. Mein Arbeitsplatz ist im Flüchtlingslager Bourj Al-Shemali bei Sour (Tyros) im Südlibanon. Dort bin ich auch geboren und aufgewachsen. In unserem Lager leben fast 16000 Menschen.
Das Team unseres Zentrums besteht aus 10 Personen: 1 Leiter, 3 Sozialarbeiterinnen, 4 Erzieherinnen im Kindergarten, 1 Zahnarzt, 1 Zahnarzthelferin. Wir Sozialarbeiterinnen betreuen palästinensische Familien aus unserem Lager, aus dem benachbarten Lager Al-Buss und aus der Umgebung. Es sind auch libanesiche Familien darunter, die nach der israelischen Invasion im Lager aufgenommen worden sind. Insgesamt sind wir Sozialarbeiterinnen für 106 Familien und 183 Kinder und Jugendliche zuständig. Wir sehen unsere Aufgabe darin, durch Bildung und Erziehung die Lebenssituation der Kinder, Jugendlichen und deren Eltern (meistens Mütter, denn wir arbeiten viel in zerstörten Familien) menschenwürdig zu gestalten. Dazu gehört es, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und Jugendlichen neue hoffnungsvolle Wege zu eröffnen. Wir bieten den jungen Menschen verschiedene Lehrgänge an, um die Chancen für einen Arbeitsplatz zu erhöhen (Bauschreiner, Fliesenleger, Elektroinstallateur, Fensterbauer, Friseur). Eine gute Schulbildung für alle und die Möglichkeit, das Erlernte im Beruf umzusetzen ist uns ein großes Anliegen. Aber unsere schwierige Lebenssituation läßt uns immer wieder an unsere Grenzen stoßen, praktisch, finanziell und ideel. Wir waren sehr erfreut, als wir erfuhren, daß die Finanzierung einer Sozialarbeiterinnen-Stelle vom Verein "Flüchtlingskinder im Libanon" von Deutschland aus übernommen wird. Noch größer war meine Überraschung und Freude, als vom Vorstand von NISCVT die Wahl auf mich fiel. Das bin ich also: geboren am 29.6.64 im Lager Bourj Al-Shemali. Ich halte mich für einen sehr lernfreudigen Menschen. Ich habe seit meinem Hochschulabschluß und meiner einjährigen pädagogischen Ausbildung an der Universität an verschiedenen Fortbildungen teilgenommen, auch an den Seminaren von "Flüchtlingskinder im Libanon". Ich bin sehr daran interessiert, mehr pädagogisches Wissen zu erlangen (z.B.: Wie berate ich die Familien noch effektiver? Wie kann ich bei Drogenproblemen reagieren? Was mache ich mit Schulverweigerern?). Meine Arbeit als palästinensische Sozialarbeiterin sehe ich nicht nur als Beruf, sondern als meinen Lebensinhalt.
Jahresbericht 2006 von Khawla Khalaf über das Zentrum des Lagers Burj al-Shamali (Word-Dokument Download 40 KB)
Jahresbericht 2008 von Khawla Khalaf über das Zentrum des Lagers Al-Buss (PDF, 100 KB)
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Ibtisam al-Khalil wurde 1967 in Beirut geboren. Sie ist unverheiratet und lebt mit ihrer Familie in Saida. Ibtisam hat 5 Schwestern und zwei Brüder. Drei Schwestern sind verheiratet, eine arbeitet als Krankenschwester und eine studiert an der Arabischen Universität in Beirut. Der kranke Vater arbeitet in der Landwirtschaft. Nach dem Abitur hat Ibtisam an der UNRWA-Berufsschule eine Ausbildung zum Public Health Inspector (Inspektor für Öffentliche Gesundheit) gemacht. Seit August 1994 arbeitet sie als Sozialarbeiterin bei unserer Partnerorgansation NISCVT im Sozial-Zentrum des Flüchtlingslagers Ein Al-Helweh bei Saida. Sie hat sich durch Teilnahme an verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen weiter qualifiziert.
Jahresbericht 2006 von Ibtisam al-Khalil über das Zentrum des Lagers Ein al-Helweh (Word-Dokument Download 45 KB) Jahresbericht 2007 von Ibtisam al-Khalil über das Zentrum des Lagers Ein al-Helweh (PDF, 72 KB) Artikel in den Stuttgarter Nachrichten vom 28.2.2006 über Ibtisam al-Khalil (JPEG, 252 KB) Artikel in den Reutlinger Nachrichten vom 3.3.2006 über Ibtisam al-Khalil (JPEG, 252 KB) |
Folgende Selbstdarstellung hat Ashwak El-Shaabi für uns geschrieben:
Mein Name ist Ashwak Al-Shaabi. Ich bin 41 Jahre alt und arbeite sei 1986 als Sozialarbeiterin bei BAS. Ich studierte an der Beirut Arab University in den Fächern Psychologie und Soziologie. Jahrelang litten wir unter den Lagerkämpfen im Lager Shatila. Als wir unsere Arbeit im Lager begannen, kümmerten wir uns um Familien, aber in erster Linie um Kinder. Wir begannen sie zu beschäftigen und zu unterhalten mit Schreiben, Malen und Spielen in geschützten Räumen. Trotz der Bomben, die auf alle Lager fielen, versuchten wir den Menschen zu helfen, die Not zu bewältigen, die über sie gekommen war. Dies bestimmt noch heute die Arbeit von BAS.
Ich bin verantwortlich für die Betreuung von 45 Kindern aus 30 Familien. Einmal im Monat besuche ich ihre Familien. Ihre Schulen besuche ich ebenfalls, um mich über die schulische Entwicklung der Kinder auf dem Laufenden zu halten. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die Familien in den verschiedensten Bereichen durch Beratung zu unterstützen (finanzielle, gesundheitliche, psychologische, schulische, soziale und Wohnungsprobleme). Diese Arbeit geschieht in Kooperation mit anderen Sozialarbeiterinnen aus dem Zentrum und anderen Organisationen im Lager.
In Zusammenarbeit mit Yassmine, einer freiwilligen Helferin, unterrichte ich in einer Alphabetisierungsklasse 15 Mädchen, die ihre Schulausbildung vorzeitig abgebrochen haben. Der Lehrplan beinhaltet Lesen, Schreiben, Arbeit am Computer, Handarbeit und Hausarbeit. Die Gruppe hat drei Tage pro Woche Unterricht.
Und nun zu meiner Familie. Wir sind sieben Personen. Mein Mann Bassel ist Vorarbeiter im Baugewerbe. Er arbeitet aber nicht regelmäßig, da es im Libanon wenig Arbeit gibt, was ganz besonders für Palästinenser gilt. Ich habe zwei Kinder. Tarek ist 5 ½ und besucht den Kindergarten im Zentrum. Raneem ist 2 ½. Ich habe drei Stiefkinder. Wael ist 20. Er hat seine Ausbildung als Krankenpfleger abgeschlossen und sucht jetzt eine Stelle. Mohammad ist 16 und geht in die 9. Klasse. Hiba ist 12 und in der 7. Klasse. Wir leben in einer Dreizimmerwohnung mit Küche und Bad. In der Familie halten wir fest zusammen, um das harte Leben zu meistern.
Zum Schluss möchte ich Sie grüßen und Ihnen danken für ihre Unterstützung, die hilft, unsere Not zu lindern.
Jahresbericht 2006 von Ashwak al-Shaabi über das Zentrum des Lagers Shatila (Word-Dokument Download 44 KB)
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