Fortbildungsseminare für die Kindergärtnerinnen und Sozialarbeiterinnen unserer Partnerorganisation The National Institution of Social Care and Vocational Training (NISCVT) im Libanon

Die Fortbildungsseminare für die etwa 60 KindergärtnerInnen und SozialarbeiterInnen unserer Partnerorganisation NISCVT bestehen jeweils aus einem Grund- und zwei Aufbauseminaren. Sie werden von im kulturellen und sozialen Umfeld erfahrenen Pädagogen durchgeführt. Geleitet werden sie von dem gebürtigen Palästinenser Professor Dr. Samir Akel, Dozent an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen (heute Ludwigsburg), und dem libanesischen Diplom-Sozialpädagogen Said Arnaout aus Tübingen. Unter großem persönlichen Einsatz und unter schwierigsten sozialen und finanziellen Bedingungen leisten die SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen von NISCVT eine Arbeit, die ihnen außergewöhnliche Fähigkeiten abverlangt. Sie sind wie diejenigen, die sie betreuen, palästinensische Flüchtlinge und leben wie sie in der Regel in den Flüchtlingslagern. Sie sollen Kindern und Jugendlichen in einer hoffnungslos erscheinenden Situation Mut für die Zukunft und Freude am Leben vermitteln. Sie sollen in Kindergärten, bei Freizeitangeboten und in Feriencamps mit bescheidensten Mitteln ein kreatives, vielseitiges und freudvolles Zusammenleben und –spielen, Lernen und Arbeiten ermöglichen. Sie sollen Frauen, die ihre Männer und manchmal auch Kinder im Bürgerkrieg verloren haben, und deren Zuhause oft mehrmals zerstört worden ist, ermutigen, der übriggebliebenen Familie einen stabilen Zusammenhalt zu geben und selbst zum Lebensunterhalt beizutragen.

Beim Fortbildungsseminar Eine mit derartigen Herausforderungen und psychischen Belastungen verbundene Arbeit bedarf der fachlichen Beratung und Weiterbildung, der Supervision und Anerkennung. Eingebettet in die sozialen und pädagogischen Bedingungen vor Ort und orientiert an den praktischen Erfahrungen der TeilnehmerInnen wurden Grundsatzfragen der Sozialarbeit und Inhalte ethischer Erziehung vermittelt, wobei Erziehung zu Friedensfähigkeit als eine zentrale Aufgabe angesehen wurde. Neben theoretischen Inhalten wurden verschiedene Techniken und handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, die schöpferisches Gestalten mit einfachen Materialien ermöglichen.

Die ungewisse Zukunft der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, die Ungewissheit selbst über die kurzfristige Existenz der Flüchtlingslager, ihre auf lange Zeit weitgehende finanzielle Abhängigkeit von außen machen vor allem Projekte unverzichtbar, die den sozialen Zusammenhalt und die familiären Strukturen in den Flüchtlingslagern fördern. Hierzu kann eine professionelle und engagierte Sozialarbeit, die das Wohl der Kinder und Jugendlichen in ihren Mittelpunkt stellt, einen großen Beitrag leisten. Sie stärkt das Selbstwertgefühl und die Eigenverantwortung der Flüchtlinge und befähigt sie damit, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und ein menschenwürdiges Leben zu führen. Die Fortbildungsseminare sollten diesen Ansatz fördern.

Unser herzlicher Dank geht an die Deutsche Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe e.V. und den Weltgebetstag der Frauen, Deutsches Komitee, die diese Fortbildungsseminare mit 25.400 Euro bzw. 10.400 Euro finanziell unterstützt haben.

Für 15 neu eingestellte in der Sozialarbeit von NISCVT tätige MitarbeiterInnen wurde im Sommer 2008 mit einem zweiten dreiteiligen Fortbildungsseminar begonnen. Die Teile 2 und 3 des Seminars finden im Sommer 2009 und 2010 statt. Die Seminare werden ganz überwiegend von unserem Verein finanziert.



 

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